- hatte ich vom 26. zum 27. Februar gemeinsam mit Frau und Freunden. Nach einigen Urlaubstagen in der Nähe von Klingenthal, mit Quartier in Jägersgrün, stand ein großes Sportwochenende bevor. In Mühlleithen sammelten sich unzählig viele Skilangläufer zum 39. Internationalen Kammlauf. An zwei Tagen gab es zahlreiche Langlaufangebote mit Streckenlängen von fünf bis fünfzig Kilometern.

Bei schönstem Winterwetter, -5 Grad C und Sonnenschein, starteten als erstes die jüngsten Teilnehmer beim Kleinen Kammlauf über fünf km klassisch. Anschließend wurde zum zehn km langen Familienlauf, ebenfalls in klassische Skilanglauftechnik, aufgerufen. So wie alle Hobbyskiläufer von Dannen gezogen, startete der Hauptlauf des Tages in Skatingtechnik über immerhin fünfundzwanzig km. Auch ich war dabei. Mit einem guten Ski, auf topp präparierter Strecke, fühlte ich mich endlich einmal wohl beim betreiben meiner Lieblingssportart. Das gute Gefühl trug mich regelrecht über die doch teils anspruchsvolle Strecke. Mit einer kleinen Tempoverschärfung auf den letzten acht km konnte ich noch einige Plätze und vor allem einiges an Zeit gutmachen. Somit überlief ich mit persönlicher Bestzeit die Ziellinie.
Den Abend verbrachten meine Frau Andrea und ich gemeinsam mit Freunden in einem Hotelrestaurant.

Nach einer guten Nacht und einem stärkenden Frühstück gab es die große Herausforderung. Bereits zum vierten Mal habe ich mich für einen Doppelstart über 25 km klassisch und 50 km im Freistil am Folgetag angemeldet.
Den an einem der Vortage vorbereiteten Ski musste ich noch abziehen und einen Grundwachs aufbringen. Das Finish, den passenden Steigwachs, überließ ich dann den Profis des Wachsservice vom Fischerteam. Diese kennen sich deutlich besser mit den nassen und teils vereisten Bedingungen im Nullgradbereich aus.
Diesmal gab es keinen Sonnenschein. Schneegriesel stellte sich ein und Wind ließ die ein bis zwei Grad minus deutlich kälter empfinden. Der leichte Schneeschauer hörte glücklicher Weise später auf. Somit verflogen meine Bedenken der schlechten Sicht als Brillenträger.
Der Große, der Start über die 50 km (Zweitstrecke 25 km) war diesmal zuerst dran. Ich weiß nicht wieso, aber ich hatte das Glück, im ersten von drei Startblocks Position einnehmen zu können. Da ich doch nicht der ganz so ambitionierte Skilangläufer bin, stellte ich mich in diesem hinten an. Das bewies sich nach dem Startschuss auch für richtig. Die vordersten Reihen gasten los wie „Irre“, ihrem Leistungsstand entsprechend halt und ich konnte in einem für mich angenehm zügigen Tempo diesem Feld im hinteren Teil folgen. Nach dem 150-mannstarken ersten Starterfeld folgten zwei weitere mit bis zu 200 Skilangläufern. Erfahrungsgemäß kommt es hier bereits auf den ersten Metern zu Stürzen und anderweitigen versehentlichen Behinderungen. Diesmal war ich schon weg von da. Bis etwa Streckenkilometer fünfzehn konnte ich einer recht flott fahrenden Gruppe folgen. Ab da vermerkte ich, dem etwas lockerem Schnee der höheren Lage zu Lasten, dass meine Ski in den Gleitphasen und Abfahrten etwas zu stumpf waren. Der Stieg / Abdruck in den Anstiegen war ganz okay. Da ich die Gruppe vor mir ziehen lassen musste, fuhr ich lange Zeit als Einzelkämpfer weiter. Etliche Male überholten mich schnellere Skilangläufer der hinteren Startblöcke – war teils schon deprimierend, da nicht mithalten zu können. Um hier Anschluss zu finden, hätte ich einen Zahn zulegen müssen. Dies wollte und konnte ich gar nicht. Bei etwa der Halbzeit, dem Wendekringel in Johanngeorgenstadt, bekam ich schon, der stumpfen Ski und des wenigen Trainings geschuldet, schwere Beine. Und bergauf ging es dann auch noch.
Es erwies sich als gut, dass ich meinen eigenen, ruhigen Stiefel durchzog. Ab dem Kilometer dreißig fand ich wieder Teilnehmer mit welchen ich mithalten konnte. Somit beruhigte sich das Gemüt und die Anstrengung empfand ich nur noch halb so schwer. Auch wenn einige in den Abfahrten schneller unterwegs waren, konnte ich in den Anstiegen wieder aufschließen. Das war gut fürs Ego.
Die Sehnsucht nach Verpflegungspunkten steigt mit zunehmender, zurückgelegter Strecke. Anfangs tat der gereichte Tee sein Gutes. Jetzt musste schon Mal eine Mandarine oder ein Becher mit fruchtigem Haferschleim dran glauben. Diesen heruntergespült mit Tee, wurden die V-punkte zügig wieder verlassen. Nur keine Zeit verschenken, gleich dem Wechselgarten beim Triathlon, dachte ich mir und begann die Jagd, den Kampf gegen den Leistungsabbau und die Zeit.
Sehnsüchtig nach den Kilometermarkierungen 5 und 4 zum Ziel und dem letzten Verpflegungspunkt, stieg auch die Anspannung vor dem schwierigsten Abschnitt, dem Rammelsberg. Auch wenn ich diesen Wegabschnitt bereits viele Jahre kenne und schon oft hinunter gefahren bin, bleibt der Respekt vor ihm. Auf den ersten Kilometern war es der schwerste Aufstieg und im letzten Teilabschnitt war und bleibt die Abfahrt gefährlich. Man zeigt ja schon Schwäche der bereits absolvierten 46 km geschuldet. Nichts unterschätzend, die scharfe S-Kurve gemeistert, zog es mir auf der langen Abfahrt doch noch einmal durch aufgeschobenen lockeren Schnee einen Ski weg und ich stürzte. Zum Glück nichts getan, Ski und Stöcke heil, ging es nochmals kräftig in den letzten schweren Anstieg. Vorbei an Streckenmarkierung 3 km bis zum Ziel, war alles ausgestanden. Das wechselhafte leicht bergauf, leicht bergab machte dann nichts mehr aus. Ziemlich erschöpft aber überglücklich erreichte ich wieder in persönlicher Bestzeit das Ziel.

Dieses Wochenende werde ich in guter Erinnerung behalten.

Meine Ergebnisse:
25 km Skating in 1:27:16,4 h, 125. Platz gesamt m., 30. Platz AK H 31-40,
50 km klassisch in 3:23:07,8 h, 192. Platz gesamt m., 43. Platz AK H 31-40

Übrigens war ich nicht der einzige Großpösnaer. Andreas Gelhaar sowie Kathrin und Kristian Kubus meisterten ebenfalls erfolgreich ihre Kammlaufteilnahme über 50 km beziehungsweise 25 km im klassischen Stil.

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