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* von Andreas Bauer *

In der letzten Saison wurden die sich schon seit längerem andeutenden Probleme mit den verantwortlichen in Oberwiesenthal für Sina unerträglich. So wollte und konnte sie nicht mehr weiter machen. Somit stand nur aufhören oder ein Wechsel zur Debatte. Wir waren uns aber schnell einig, dass aufhören falsch wäre und haben dann über Wechselmöglichkeiten nachgedacht. Also wurde beraten, wo der Weg hingehen könnte, nach Bayern, Thüringen oder in Sachsen zu bleiben. Es wurden in alle Richtungen Kontakte geknüpft, um zu sehen, was möglich ist. Auf unsere Anfrage in Altenberg, bemühten sich die Trainer und der Verantwortliche Eberhard Rösch sofort um Sina und fingen sie in allen Belangen auf, unterstützten sie bei der Wohnungssuche und eröffneten ihr alle Trainings- und Betreuungsmöglichkeiten (sportlich, sozial und medizinisch).

Also war diese Hürde genommen und es konnte weiter gehen. So konnte sie endlich in einer größeren Trainingsgruppe trainieren und sich in dieser an starken Sportlerinnen, wie Weltcupstarterin Tina Bachmann oder Juniorenweltmeisterin Nicole Wötzel orientieren. Auch ist der Trainerstab größer und mit ehemaligen Sportlern bestückt, von deren Erfahrung sie viel lernen kann.

Sina spielte bei der Sommerleistungskontrolle der Biathletinnen in Berchtesgarten als jüngste eine für ihr Alter gute Rolle. Im Vergleich der A bis C Kader, mit allen aktuellen Weltcup Starterinnen, landete sie im Mittelfeld und konnte ein paar Achtungserfolge setzen. Die Deutschen Meisterschaften der Frauen liefen dann durchwachsen. Da war Sina eher enttäuscht, dass sie ihre Leistung nicht abrufen konnte. Das funktionierte dann beim Nordcup besser. Mit einem 1. Platz beim Leistungsschießen und einem 2. Platz im Einzel, in ihrer Altersklasse, konnte sie sich gut in Szene setzten. Leider lief ihr ein Kampfrichter im Zielauslauf vor die Roller und brachte Sina zu Fall. Mit einer Stauchung am Nasenbein (zum Glück wurde kein Bruch festgestellt), einem brummenden Schädel und einer geschwollenen Oberlippe war eine weitere Teilnahme an den letzten beiden Wettkämpfen nicht mehr möglich. So musste sie in der Gesamtwertung führend kampflos aufgeben, sich erst untersuchen lassen, um die weitere Gesundheit nicht zu gefährden.
Nach ihrer Genesung begann dann die direkte Wintervorbereitung auf Schnee. Nach dreitätigen Skitests im Oberhofer Skitunnel ging es 1 Woche auf den Gletscher, danach 3 Wochen nach Norwegen und anschließend 1 Woche nach Obertilliach in Österreich. Dort nahm Sina am Austriacup teil. Dieser wurde aus dem vollen Training heraus als Auftakt genutzt. In einem international stark besetzten Feld mit 34 Teilnehmerinnen in ihrer Altersklasse und äußerst schweren Bedingungen, konnte sie im Sprint den 8. und im Verfolger den 9. Platz erreichen.
Direkt von Österreich ging es nach Langdorf zum 1. Deutschlandpokal, der vom 17.-19. Dezember am Arber stattfand. Leider verschoss Sina bei guter Laufleistung im Einzel und erreichte mit 8 Strafminuten (1, 3, 2, 2) den 12. Platz. Am zweiten Tag, beim Sprint, lief es sehr gut und sie konnte diesen mit 1 Fehler (0, 1) gewinnen. An diesem Tag passte einfach vieles zusammen. Sina ließ selbst den Juniorinnen keine Chance und auch nur eine Frau konnte eine bessere Zeit vorweisen. Den Verfolger am Abschlusstag beendete sie mit 3 Fehlern (0, 0, 2, 1) auf dem 2. Platz. Sina wirkte in der vorletzten und besonders in der letzten Runde schon etwas Müde. Leider wurde sie kurz vorm Ziel mit 1,4 Sekunden noch abgefangen. Somit kann man von einem erfolgreichen Einstieg in die Saison reden und auf weitere gute Ergebnisse hoffen.

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