VII. Internationaler Cross-Triathlon Naturpark Zittauer Gebirge
Es war wieder mal soweit. Die O-See-Challenge in Zittau stand an. Dieses Jahr sollte hier gleichfalls die Deutsche Meisterschaft im Crosstriathlon stattfinden und so gestaltete sich auch das illustre Starterfeld. Vom Profi bis zum Spaßtriathleten. Und die Strecke sollte es dieses Jahr auch in sich haben. Sie wurde auf Grund der Deutschen Meisterschaft auf die Distanz 1,5 km Schwimmen, 36 km Mountainbike und 9 km Crosslauf ausgedehnt.
Pünktlich zum Auftakt der Challenge zeigte sich auch unsere heiß geliebte Sonne. Die sich ja diesen Sommer etwas rar machte. Der Schwimmstart verzögerte sich kurzzeitig aus technischen Gründen, aber dann ging es gegen 11.40 Uhr ins 20°C warme Wasser. Dieses Jahr galt es eine M-förmige Schwimmstrecke mit Landgang nach 750 m zu absolvieren. Anschließend, nach passieren der Wechselzone und dem „Überflug“ über die auch in diesen Jahr kreierte Rampe, ging es auf ins Zittauer Gebirge. Dort trennte sich mal wieder die Spreu vom Weizen. Und von Anfang an waren wieder eine gehörige Portion Mut, Kondition, Ausdauer und Technik gefragt.
Da ich eh ziemlich als Letzter den Olbersdorfer See verließ, lies mich dies zunächst kalt und ich freute mich über jeden, den ich noch „einkassierte“. Dass es die Radstrecke mehr als nur in sich hatte wusste ich aus dem Vorjahr. Als schon am Vortag bei der Streckeneinweisung von einer Runde, bei der Longdistanz, um den Ameisenberg die Rede war, nahm ich dies noch gar nicht so ernst. Bald schon merkte ich aber, dass es gerade diese „kleine“ Runde, von dem Namen sollte man sich nicht täuschen lassen, in sich hatte. Denn bis zur Hochwaldbaude kämpfte ich mich dieses Jahr tapfer hinauf und dachte, nun wäre das Schlimmste überstanden. Doch dann stellte sich nach kurzer Bergabfahrt ganz unerwartet der Streckenposten (anhand der Startnummern konnte man die unterschiedlichen Starter und Strecken identifizieren) in den Weg und wies mir den Weg direkt in die „Mountainbikehölle“. So kam es mir am Ende jedenfalls vor. Eine Stecke bei der man gar nicht mehr bergauf fahren konnte (oder ich stellte mich zu blöd an) kamen mir ein paar Unentwegte entgegen gefahren. Ich wusste in diesen Moment das mir das früher oder später auch noch bevor stand. Aber erst einmal galt es den Drahtesel nach oben zu befördern.
Eine Unwegsamkeit überstanden und wieder fest im Sattel konnte es schlimmer nicht mehr kommen. Doch auch dieses Mal sollte ich mich irren. Denn irgendwann stand ich vor einer schier unüberwindbaren Treppe aus Natursteinen die eine Weiterfahrt unmöglich machte. Und ich fragte mich wie die anderen „Sportfreunde“ dieses Teilstück, was irgendjemand im Ziel als ziemlich „wellig“ beschrieb, meisterten. Ich packte mein Rad und trug es hinauf (zum ersten Mal wurde mir richtig bewusst wie schwer eigentlich mein Mountainbike ist). Nach einer Ewigkeit war ich endlich am Ende dieses „tollen“ Anstiegs. Und endlich ging es etwas moderater zur Sache und ich konnte meinen Puls, der zwischenzeitlich bestimmt die 200-er Marke locker geknackt hatte, langsam nach unten fahren. Das Stück am Anfang des Berges legte ich dann doch lieber zu Fuß zurück. Denn bis dato hatte ich es immer noch rechtzeitig geschafft einen Sturz zu vermeiden und wollte mein Glück nicht weiter herausfordern.
Nun kreuzten sich wieder die Strecken der Lang- und Orginaldistanz und ich lies mich von den flotter unterwegs fahrenden Kurzstrecklern – sie kannten den tollen Ameisenberg nicht – mitreißen und brachte die sehr „interessante“ Radstrecke durch die Oberlausitz ohne nennenswerte körperliche Schäden zu Ende.
Jetzt ging es auf die Laufstrecke. Eigentlich hätte ich es vom Müritztriathlon wissen müssen ist es ratsamer mit Socken zu laufen aber auch dieses Mal lies ich sie nach dem Schwimmen aus unerfindlichen Gründen aus. Ich machte mich auf den Weg um den Olbersdorfer See und war überrascht wie zügig ich nach „lustigen“ 36 km Mountainbike noch vorwärts kam. Und so konnte ich auch auf der Laufstrecke noch einige Kontrahenten hinter mich bringen. Berg auf – Berg ab ging es auch hier Richtung Ziel. Und schon bald beflügelten die anpeitschenden Worte des Moderators die Läufer auf ihren letzten Metern. Obwohl ich noch kurz vor dem Ziel beim Sprung über einen Graben stürzte, war ich doch dann überglücklich endlich nach 3:53 Stunden das Ziel so gut wie unbeschadet erreicht zu haben. Und so ging wieder ein unvergesslicher sportlicher Tag im südlichsten Zipfel Sachsens zu Ende.

